Liquidität im Aktien & ETF Depot

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Cash Reserve, Seitenlinie oder einfach die Liquidität im Aktien oder ETF Depot. Ein Thema welches ich, da bin ich ehrlich, für mich als Anleger unterschätzt habe. Gut, wenn es an der Börse läuft, gibt es auch keinen Grund nicht 100% investiert zu sein.

Es geht nicht nur nach oben!

Nein natürlich nicht, und eine Korrektur an der Börse hat noch keinem Anleger geschadet. Wie man weiß, und bei mir ist es stets so, trifft man selten den Perfekten Einstiegskurs zum Kauf einer Aktie. Gleiches gilt auch für den Ausstieg. Der eine Anleger hofft den richtigen Zeitpunkt zu treffen. Andere arbeiten mit einer Stopp Loss Strategie. Anderen wiederum ist es egal, da sie Buy and Hold Anleger sind.

Spreche ich nun nicht von einer Korrektur, sondern einem Crash, wie wir ihn im letzten Jahr zu Beginn der Corona Pandemie zum Beispiel erlebt haben, entstehen auch gleichzeitig große Chancen und Gelegenheiten für günstige Nachkäufe. Aber woher nehmen und nicht stehlen.

War man stets zu 100% Investiert, und hat wirklich nichts oder nur eine kleine Summe auf der Seitenlinie, hat man zwar die Chance auf die bestmögliche Rendite, ist aber auch zu 100% Handlungsunfähig.

Schaue ich nun auf meine Liquidität in meinem Depot aus Aktien & ETFs, so sah es hier dann doch eher Mau aus. Wichtig und direkt auch der Hinweis. Liquidität und Geld auf der Seitenlinie, ist nicht der hoffentlich vorhandene Notgroschen!

Notgroschen
Der Notgroschen ist nicht Gedacht, für Nachkäufe von Aktien oder ETFs!

Wenn die Assets aus dem Ruder laufen!

Aber nicht nur ein Crash, oder größerer Rücksetzer kann es notwendig machen das man Eingreifen muss. In meinem Fall sind meine Kryptowährungen gerade in den Ersten Monaten 2021 so gut gelaufen, das meine gewünschte Asset Allocation nicht mehr passte.

5% sollen die Kryptowährungen „normal“ im Depot gewichtet sein. Zur Zeit sind es 20%! Klar freue ich mich über die Buchgewinne, aber doch recht schnell bin ich beim Thema nachlegen in Aktien und ETFs dann doch an meine Grenzen gekommen. Eine direkte Seitenlinie gab es nie, lediglich ein paar Barmittel, die bei weitem aber nicht ausreichten um das gewünschte Gewicht wieder herzustellen.

Im Detail kannst Du HIER noch einmal nachlesen, wie sehr meine Assets aus dem Ruder gelaufen sind.

Ohne das Thema nochmal groß aufzugreifen, bin ich in die Situation geraten lediglich durch Umschichten oder das Verkaufen von Coins, eine ansatzweiße gewünschte Gewichtung herzustellen. Verkäufe von Coins und dem realisieren von Gewinnen stand und steht aktuell nicht zur Debatte, da ich mich nach wie vor mit dem großenteil meiner Coins innerhalb der Haltefrist von einem Jahr befinde.

So Positiv die Entwicklung im Depot aber auch nun letztendlich war und ist, wurde mir sehr gut vor Augen geführt, wie wichtig Liquidität im Depot ist. Unabhängig ob nun bei Aktien, ETFs oder Kryptowährungen. Gerade in Depots die auf Steigende Kurse setzen, zeigt sich dies noch mehr.

In den nun mehr als zwei Jahren an der Börse was Aktien und ETFs betrifft, und 6 Jahren in Kryptowährungen, war Liquidität im Depot immer wieder mal ein kurzes Thema in meinen Gedanken. Dieser wurde aber auch immer schnell verworfen. Warum ?

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Geld auf der Seitenlinie arbeitet und verdient nichts.

Ja das stimmt, und war auch immer mein Argument warum man 100% Investiert sein soll. Auch in den Unterschiedlichsten Quellen, ob nun Bücher, Videos oder Blogs habe ich immer mal wieder darüber gelesen. Aber eine große Hilfe war es eigentlich nicht. Hier spalten sich die Anleger in ein 50 – 50 Lager.

Auch die Masterfrage, wie Hoch die Liquiden mittel in einem Aktien oder ETF Depot sein sollen, kann man nicht einfach mit Summe X beantworten. Hier kommt es auf die Restlichen Umstände an. Ich kenne einige die sehen den Notgroschen als ihre Liquidität. Dann gibt es noch den Wertpapierkredit und andere Sachen, um die ich Persönlich einen großen Bogen mache, weil ich nichts davon halte. Investieren auf Pump, nein Danke.

Ja es ist nicht leicht. Und auch Christian vom Blog Bergfahrten der nun wirklich auf eine große Erfahrung an der Börse zurückblicken kann, hat dieses Thema nochmal vor kurze aufgegriffen. HIER nochmal zu nachlesen. Und selbst er, sagt das es mit einer der schwierigsten Anlageklassen ist. Aber hier auch wieder der Hinweis, auf die individuelle Situation bei jedem Anleger. Dieser ist stets anders. Er lebt bereits von seinen Dividenden, und muss ganz andere Dinge berücksichtigen, als ich zum Beispiel der noch ein Gehalt als Angestellter bezieht. Er muss sich bzgl. der Liquidität im Aktien Depot gänzlich andere Gedanken als ich.

Deshalb ist es auch wichtig, das jeder für sich sondieren muss, wie Hoch der Liquide Anteil im Depot oder der Seitenlinie sein muss. Prozentual zu den anderen Anlageprodukten im Depot, oder eher ein Fester Betrag X. Und wenn das geklärt ist, wo soll man sich diese Anlageklasse aufbauen. Tagesgeld, oder möchte man doch ein wenig Rendite mit der Cash Reserve erzielen in der Zeit in der man das Geld nicht braucht.

Man merkt, es ist wirklich einer der Schwierigsten Anlageklassen.

Mein Weg, Meine Lösung.

Für mich selbst habe ich nun eine Lösung gefunden. Wie nachhaltig diese sein wird, werde ich mit der Zeit sehen. 15% sollen die Liquide mittel im Aktien Depot einnehmen. Wovon 10% auf dem Tagesgeld und 5% in Anleihen investiert werden. Auch ist eine weitere Goldene Regel zu meinen vorhandene hinzugekommen. Sollten meine Liquiden mittel einmal unter 5% sinken, wird erst hier wieder nachgelegt, bevor andere Positionen im Depot aufgestockt werden. Sprich es ist die Eiserne Reserve.

Natürlich wächst mit dem Depotwert, dadurch auch der Wert der Liquiden mittel. Daher kann es durchaus sein, das ich irgendwann die 15% Reduziere. Unschlüssig bin ich ich was dies betrifft vielleicht noch. Was aber fest steht für mich, das ich nicht mehr ohne Liquidität im Aktien Depot sein möchte.

Auch habe ich mir ein paar Hürden eingebaut, und so gehört das Verrechnungskonto bei meinem Broker Smartbroker auch dazu. Dementsprechend werden hier keine größeren Summen angehäuft, einfach um der Versuchung zu widerstehen, bei jedem Schluckauf an der Börse bereits nachzulegen.

Da es momentan schlecht um meine Zeit bestellt ist, nutze ich das Tagesgeld Konto bei meiner Sparkasse. Werde aber bei Gelegenheit mal schauen, was es da so an Angeboten gibt. Einen Vergleichsrechner findest Du HIER auf meiner Seite.

Einige nutzen für die Reserve auf P2P Anbieter wie Bondora Go&Grow, aber davon habe ich mich bereits im letzten Jahr im Februar verabschiedet. P2P ist kein Tagesgeld, auch wenn ich nie Probleme bei Bondora hatte. Dies nur als Hinweis!

Mal sehen wie es laufen wird. Gleichzeitig nutze ich die Gelegenheit auch mal in die Unternehmensanleihen hinein zu schnuppern. Ein Erfahrung die mir bisher noch fehlt. Wie immer Schritt für Schritt und somit als 50,- € Sparplan. Also wird die Liquidität im Aktien Depot nicht von heute auf morgen entstehen.

Fazit

Für mich selbst, sehe ich die Erfahrung oder aber auch die aktuelle Situation in meinem Depot als weiteren Schritt. Als Anleger wird man nicht geboren, und die Erfahrung kommt mit den Jahren. Teilweise könnte man es auch mit dem Erwerb des Führerscheins vergleichen. Basics, Prüfung und dann Autofahren. Die Erfahrung kommt in den Jahren, und trotzdem gerät man in Situation die man vorher noch nicht hatte.

Gleichzeitig wächst man mit jeder Erfahrung. An der Börse zum Beispiel einem Crash. In den wirklich nun kurzen zwei Jahren, habe ich auch viel über mich selbst lernen dürfen. Vor allem Positives. Und es bestätigt sich auch wieder einmal, das der Tanz auf dem Börsenparkett kein Rennen, sondern ein Marathon ist.

Dementsprechend sollte man sich auch seine Energie und Reserven einteilen. Nachfolgend der heutig Blogbeitrag noch als Video, von meinem Youtube Kanal, bei dem ich auch nochmal darauf Hinweise, das das Thema Liquidität im Aktien Depot jeder für sich individuell entscheiden muss, und somit alles nur Denkanstöße sind und keine Empfehlung.

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